Es funktioniert!

Forscher aus den Bereichen Volkswirtschaft, Mathematik und Physik verschiedener Universitäten haben die Dynamik von Online-Auktionen erforscht. Einige dieser Studien wurde im Rahmen von "Research Fellowships" (Stipendien für graduierte Studenten an US-Universitäten) der angesehenen Alfred P. Sloan Foundation gefördert. Die Studien befassten sich u.a. mit dem "späten Bieten" in Online-Auktionen und damit verbundenen Erfolgschancen. Im Folgenden finden Sie Auszüge aus besagten Studien und Presseausschnitten.


Eine Studie koreanischer Physiker der Seoul National University bestätigt in einem mathematischem Modell, dass 'Sniping' (das Warten bis zur letzten Sekunde, um ein Gebot abzugeben) wirklich "die vernünftigste und erfolgreichste Methode ist, um eine eBay-Auktion zu gewinnen. Unsere Untersuchung zeigt eindeutig, dass die Gewinnstrategie, erstmalig im letzten Moment kurz vor Auktionsende zu bieten, besser ist, als das schrittweise Bieten von Anfang an." Die Studie erschien im Physical Review eJournal.
Dan Vergano, USAToday; “On eBay, It Pays to Snipe” 26.06.2006


Es wird ein Anreiz für die späte Gebotsabgabe geschaffen, da schlechter informierte Personen Informationen, die sie aus den frühen Geboten anderer erhalten, mit in ihre späten Gebote einfließen lassen können. Zudem können Experten auf diese Weise vermeiden, Informationen durch frühes Bieten an andere weiterzugeben.
Axel Ockenfels, Universität Magdeburg & Alvin E. Roth, Harvard University; "The timing of bids in Internet auctions: Market design, Bidder behavior and Artificial agents"


Spätes Bieten ist die beste Antwort auf schrittweise Gebotsabgaben oder "Preisschlachten", wozu auch das betrügerische Verhalten einiger Verkäufer gehört, per "Shill-Bidding" (Gebotstreibung) z.B. Freunde gegen andere Bieter antreten zu lassen, um die Preise künstlich in die Höhe zu treiben.
Alvin Roth, Harvard University & Axel Ockenfels, Universität Köln; “Last-Minute Bidding and the Rules for Ending Second-Price Auctions: Evidence from eBay and Amazon Auctions on the Internet”


Das Phänomen der späten Gebotsabgabe zieht im reichlichen Maße das Interesse akademischer Forscher auf sich. Eine Erklärung für Gebotsabgaben in letzter Minute beruht auf den privaten (einsehbaren) Daten der Bieter.
Patrick Bajari, Stanford University & Ali Hortacsu, University of Chicago; “Cyberspace Auctions and Pricing Issues: A Review of Empirical Findings”


Experten wollen nicht, dass Ihre Interessen an der Auktion zu früh aufgedeckt werden. Nehmen wir einmal an, dass Sie ein anerkannter Experte für Münzenkunde sind. Wenn Sie z.B. auf eine bestimmte Münze bieten, kann das für andere ein Hinweis sein, dass diese Münze sehr gesucht ist. Also mag es besser sein, mit dem Gebot zu warten, damit andere nicht den Wert der Münze erkennen und in der letzten Minute ein zum Erfolg führendes Gebot abzugeben.
Hal R. Varian, New York Times; Economic Scene: “Online Users as Laboratory Rats”


Viele Personen, die schrittweise bieten, geben ihre Gebote schon spät ab, aber Personen mit nur einem Gebot zögern es noch länger hinaus. Überdies zeigen Statistiken, dass schrittweises Bieten maßgeblich mit der Erfahrung abnimmt (gemessen an der Anzahl der Bewertungen des Bieters) und die Gebotsabgabe in der letzten Minute mit der Erfahrung zunimmt. Allgemein lässt durch aufgrund der Auswertung vieler Gebote die Hypothese stützen, dass die Gebotsabgabe in der letzten Minute als Antwort anspruchsvoller Bieter auf schrittweises und undurchdachtes Bieten in einzeln Schritten zu sehen ist.
Axel Ockenfels, Universität Magdeburg & Alvin E. Roth, Harvard University; "The timing of bids in Internet auctions: Market design, Bidder behavior and Artificial agents"


Ein von vielen Forschern bemerkter, auffälliger Punkt in Hinsicht auf die Gebotsabgabe in Online-Auktionen, ist die häufige und sehr späte Gebotsabgabe in Auktionen. Bajari und Hortacsu berichten in ihrer Studie über Münzauktionen auf eBay, dass das Gewinnergebot im Schnitt erst abgegeben wird, wenn 98,3 % der gesamten Auktionszeit abgelaufen ist.
Patrick Bajari, Stanford University & Ali Hortacsu, University of Chicago; “Cyberspace Auctions and Pricing Issues: A Review of Empirical Findings”


In einem Großteil der Antworten (91%) wird bestätigt, dass die späte Gebotsabgabe schon früh als Bietstrategie geplant wird. Viele dieser Bieter erklären eindeutig, dass Sie snipen, um eine "Preisschlacht" zu verhindern oder die Preise niedrig zu halten. Zusätzlich erwähnen erfahrene Bieter von Antiquitäten (ca. 10% aller Antworten und mit überwiegend hohen Bewertungen), dass sie dank der späten Gebotsabgabe keine wertvolle Informationen mit anderen Bietern teilen müssen.
Alvin Roth, Harvard University, & Axel Ockenfels, Universität Köln “Last-Minute Bidding and the Rules for Ending Second-Price Auctions: Evidence from eBay and Amazon Auctions on the Internet”


Spätes Bieten kann auch die optimale Strategie für sehr gut informierte Bieter (Experten) sein, die Ihre privaten Informationen in Hinsicht auf den Wert eines bestimmen Objektes schützen wollen. Gehen wir einmal davon aus, dass nur ein Experte den genauen Wiederverkaufswert eines angebotenen Objektes (z.B. eines alten Tisches) erkennt: Wenn er nun zu früh im Laufe der Auktion bietet, kann sein Gebot ein Signal für andere Bieter sein, dass das Objekt einen ungewöhnlich hohen Wert hat. Das Bieten kurz vor Ende der Auktion mit einer festgesetzten Endzeit, erlaubt dem Experten (der leicht aufgrund seiner häufigen Teilnahme oder hohen Bewertung zu erkennen ist) von seinen Informationen zu profitieren, ohne anderen Bietern genug Zeit zu lassen, über sein Gebot und das Objekt mehr Informationen einzuholen.
Ladislav Wintr, Clark University & Banque Centrale du Luxembourg; “Some Evidence on Late Bidding in eBay Auctions”


Der Vorteil der späten Gebotsabgabe ist es, eine "Preisschlacht" zu vermeiden und Bieter haben insgesamt mehr Erfolg. In ihrer Studie kommen Roth und Ockenfels zu dem Ergebnis, dass einer der Hauptgründe für spätes Bieten, die Vermeidung von "Preisschlachten" ist.
Patrick Bajari, Stanford University & Ali Hortacsu, University of Chicago; “Cyberspace Auctions and Pricing Issues: A Review of Empirical Findings”


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